
Tribulus terrestris
Highlights:
-in den 1970ern in den USA popularisiert
-als Testosteron-steigerndes Nahrungsergänzungsmittel vermarktet
-die einzig effektive Form ist der speziell kultivierte Bulgarische tribulus
-andere Formen konnten in keiner wissenschaftlichen Studie die gewünschten Ergebnisse bringen
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Tribulus terrestis ist ein exzellentes Beispiel einer Pflanze, die völlig verschiedene Eigenschaften haben kann, wenn sie unter verschiedenen Bedingungen gezüchtet wird.
Tribulus erlangte seinen Ruhm, indem es mit großem Erfolg von bulgarischen Gewichthebern verwendet wurde (und auch noch verwendet wird), die eine spezielle Form, die lang kultivierte wird, um die ideale Menge an verschiedenen Saponinen (meist vom Typ Furostanol) in ganz bestimmten Verhältnissen zu enthalten.
Während mehrere wissenschaftliche Studien und eine lange anekdotische Evidenz die Wirksamkeit des Bulgarischen Tribulus gezeigt haben, wie er vom größten bulgarischen Pharmaunternehmen Sopharma hergestellt wird, sind andere Formen des Tribulusextrakts praktisch sinnlos.
Die Erklärung dafür ist eigentlich ziemlich einfach: laut der 2008 im Phytochemistry Journal veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeit „Distribution of steroidal saponins in Tribulus terrestris from different geographical regions” (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17719068), gibt es zwei verschiedene Arten des Tribulus terrestris.
Die in Südeuropa (Bulgarien, Griechenland, Türkei) verbreiteten Arten unterscheiden sich stark von denen, die man in Asien (Indien, Vietnam) findet. Dem asiatischen Tribulus terrestris fehlt es an den wirksamsten Saponinen, aber er ist reich an anderen, die sich jedoch kaum auf das männliche hormonelle Profil auswirken.
Während also klinische Studien mit dem südeuropäischen Tribulus dessen Auswirkungen auf den Testosteronspiegel bewiesen haben (Clinical trial of a tribestan preparation in infertile men, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6367515 Use of tribestan on rams with sexual disorders, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3629956 The influence of the Tribulus terrestris extract on the parameters of the functional preparedness and athletes' organism homeostasis, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20095389), konnten bei den allgemeinen Arten des Tribulus mit asiatischer Abstammung keine gefunden werden. (The effect of five weeks of Tribulus terrestris supplementation on muscle strength and body composition During preseason training in elite rugby league players, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17530942 The effects zu je Tribulus terrestris on body composition and exercise performance in resistance-trained males, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10861339).
Die wichtigsten Wirkstoffe im Tribulus terrestris:
Protodioscin
Prototribestin (fehlt in der asiatischen Sorte)
Pseudoprotodioscin
Dioscin
Tribestin (fehlt in der asiatischen Sorte)
Tribulosin (höherer Gehalt in der asiatischen Sorte)
Es sind noch mehrere andere steroide Saponine im Tribulus enthalten – tatsächlich wächst die Liste der aktiven Substanzen mit der neuen Forschung und geht in die Tausende.
Tribulus soll den natürlichen Testosteronspiegel erhöhen (und den Östrogen-Spiegel bei Frauen), indem er die Freisetzung von luteinisierenden Hormonen und follikelstimulierenden Hormonen direkt anregt. Diese zwei Hormone sind wiederum verantwortlich für die Produktion der Sexualhormone sowohl bei Männern, als auch Frauen.
Dies deutet darauf hin, dass die Wirkungen der aktiven Verbindungen im Tribulis terrestris tatsächlich denen der GnRH (Gonadotropin-freisetzende Hormone) ähneln.
Der Drogentest-Mythos
Tribulis terrestris konnte niemals einen Testosteronspiegel auf eine solch hohe Ebene ansteigen lassen, dass es zu einem positiven anabolen Steroidtest geführt hätte.
Es ist möglich, dass einige Sportler mit einer Doping-Geschichte versucht haben, den legalen Tribulus dafür verantwortlich zu machen, aber die bulgarischen Gewichtheber, die ganz offen Tribulus genommen haben, wurden niemals positiv getestet.
Sexualleben
Traditionell verwendete man den Tribulus bei Verlust der Libido und erektiler Dysfunktion. Anders als anabole Steroide, die zwangsläufig zu anhaltenden und schmerzhaften Zeiträumen des völligen Verlusts der Libido führen, hat Tribulus genau den umgekehrten Effekt.