
Die Phytoöstrogene in Lebensmitteln und diätetischen Nahrungsergänzungsmitteln
Highlights:
-Phytoöstrogene verursachen einen niedrigeren Testosteron- und Zinkspiegel
-die gängigste diätetische Quelle von Phytoöstrogenen sind Soja und Sojaprodukte
-Vorsicht bei aus Sojaprodukten gewonnenem Lecithin in Nahrungsergänzungsmitteln für Bodybuilder
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Phytoöstrogene sind nicht-hormonelle Substanzen, die aus Pflanzen gewonnen werden, die die den menschlichen Hormonen Östradiol und anderen östrogenen Hormonen ähneln.
Während ein höherer Östrogenspiegel für weibliche Sportler (insbesondere der Gruppe 50+) von Vorteil sein kann, ist es in der Regel für männliche Trainierende schädlich (und allgemein für Männer).
Es gibt eine große Anzahl wissenschaftlicher Studien, die zeigen, dass Phyoöstrogene den Testosteronspiegel bei Männern senken.
Die diätetische Hauptquelle der Phytoöstrogene sind Soja und Sojaprodukte, inklusive dem aus Sojaprodukten gewonnenen Lecithin.
Seltsamerweise beinhalten die meisten der leistungssteigernden Nahrungsergänzungen für Sportler, die angeblich die anabolen Reaktionen innerhalb des Muskels fördern sollen, das aus Sojaprodukten gewonnene Lecithin.
Zwar stimmt es, dass die Menge an Phytoöstrogenen in solchen Präparaten nicht hoch genug ist, bedenkt man jedoch, dass die meisten verarbeiteten Lebensmittel auch Sojaprodukte enthalten, vermehrt sich die Menge.
Neben der Senkung des Testosteronspiegels haben die Phytoöstrogene weitere schwere Nebenwirkungen: sie senken den Zinkspiegel im Blut, indem sie die Zinkablagerung in den Knochen fördern.
Zink ist an metabolischen Reaktionen beteiligt und synthetisiert oder baut Kohlehydrate, Eiweiße, Fette und Nukleinsäuren ab. Zink unterstützt Eiweiße, die in vielen metabolischen Prozessen funktionieren, einschließlich der Stabilisierung der Zellmembranen und der Unterstützung von Immunfunktion, Wachstum und Entwicklung.
Ein zu niedriger Zinkgehalt wird mit Appetitsverlust und Impotenz in Verbindung gebracht.
Eine der wichtigsten wissenschaftlichen Studien über Phytoöstrogene kommt zu folgendem Schluss: (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20043267): „Die Ergebnisse zeigen, das seine Mischung aller getesteten PEs die Estradiolproduktion erhöht und die Testosteronproduktion gesenkt haben…die eine induzierte Aromataseaktivität angezeigt haben. Weiterhin bewirkt die Freisetzung von H295R-Zellen in Isoflavone eine sinkende Testosteronproduktion und verschiedene Mischungen der PEs stimulierten stark das MCF-7 menschliche Brustadenokarzinomzellwachstum und induziert die Aromatase-Aktivität...
Insgesamt unterstützen die Ergebnisse, dass ernährungsrelevante Konzentrationen von PEs, ob nun allein oder in Gemischen verschiedene hormonstörende Auswirkungen besitzen, was Folgen für die menschliche Gesundheit hat.”
Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Studie mit ernährungs-relevanten Konzentrationen gearbeitet hat, d. h. mit realen Mengen Phytoöstrogenen (PE), die in unserer normalen Nahrung vorkommen.
Die Studie erwähnt Aromatase-Ester. Diese Ester sind für die Umwandlung von Testosteron in Östrogen sowohl bei Frauen als auch Männern verantwortlich. Mehrere Studien zeigten, dass Phytoöstrogene die Wirkung der Aromatase verbessern und so mehr Testosteron in Östrogen umwandeln.
Eine andere Studie unter dem Titel Genistein senkt die androgene Biosynthese in Leydig-Zellen von Ratten durch Interferenz mit luteinisierenden Hormon-abhängigen Signalen (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19059320) , kam zu folgendem Schluss: „Diese Beobachtungen implizieren, dass die Genistein-Reaktionen die Kopplung von transmembranen luteinisierenden Hormonrezeptoren (LHR) mit G-Proteinen beeinträchtigen. Das Abkoppeln der LHR von den G-Proteinen beeinträchtigt nachteilig die Funktion der Adenylatcyclase und wirkt sich auf die LH-abhängige Stimulation der Leydig-Zellen aus. Diese Erkenntnisse haben Auswirkungen auf die Steroidgenese bei Personen, die Genistein und auf Soja basierenden Produkten ausgesetzt sind.“
Mit anderen Worten, Phytoöstrogene aus Sojaprodukten beeinträchtigen die normale Testosteronproduktion in den menschlichen Hoden.
Aber es sind doch nur geringe Mengen!
Nein, sie sind beträchtlich. Die Ergebnisse einer Studie von F. Eustache und Kollegen sind in ihrem Namen enthalten: Chronic Dietary Exposure to a Low-Dose Mixture of Genistein and Vinclozolin Modifies the Reproductive Axis, Testis Transcriptome, and Fertility. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2721872/?tool=pmcentrez )
Ja, wenige Mengen, chronische Aussetzung, ernste Konsequenzen. Lasst euch nicht täuschen.